Haus der offenen Fernen, Wasserkuppe, Realisierungswettbewerb, 1.Platz

Auszug aus dem Protokoll des Preisgericht:

Die Verfasser verorten die Raumanforderungen in zwei parallel versetzt angeordneten Gebäuden, die sich in ihrer architektonischen Anmutung selbstbewusst und selbstverständlich in ihr ländlich geprägtes Umfeld einfügen. Sie ergänzen in zurückhaltender und hochwertiger Weise die bestehende heterogene städtebauliche Struktur auf der Wasserkuppe, geben ihr Ordnung und Rückgrat, ohne zu dominieren. Die Fuge zwischen den beiden Baukörpern ist gekonnt inszeniert. In Proportion als auch in der baulichen Ausgestaltung entsteht so ein angenehm zurückhaltendes Ensemble mit klarer Formensprache.

Das Gebäude verbindet klassische Rhöner Bautradition mit zeitgemäßer Architektursprache; das von den Verfassern beabsichtigte Prinzip „Fitting in & Standing out“ wird nicht nur als modisches Etikett verwendet, sondern ist nachvollziehbar und mit hoher Qualität im Entwurf belegt.

Die überzeugende Neuinterpretation des lokalen Baustils (Holzverschalung, steinerner Sockel, Satteldach) schafft Wiedererkennbarkeit und Identifikation. Allerdings wirkt der Materialvorschlag mit Muschelkalk fremd.

Der durch die Anordnung der Gebäude entstehende „Marktplatz“ zeigt eine hohe Aufenthaltsqualität und stellt gekonnt die Verbindung der beiden Gebäude her. Insbesondere die geschickt platzierte Treppe zwischen den Gebäuden kann sich zu einem Treff- und Sammelpunkt an der zentralen Stelle entwickeln.

Die Lage des Foyers/Ausstellungsraums und des anschließenden Regio Shops ist, unterstützt durch die einladende Eingangssituation, überzeugend.

Die klaren und einfachen Gebäudegrundrisse lassen dennoch eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten.

Hochgedämmte Holzrahmenelemente, Wärmepumpe und eine PV-Anlage ermöglichen einen energieeffizienten Betrieb des Gebäudes.

Insgesamt zeigt die Arbeit vor allem durch ihre ruhige Formensprache, die Hochwertigkeit in Detailtiefe und Materialität, ihre Einpassungsfähigkeit in den ländlichen Raum bei zugleich großer ordnender Kraft ein sehr hohes Niveau. Sie stellt damit einen wertvollen Beitrag für die gestellte Wettbewerbsaufgabe dar

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Zuschlag im VGV-Verfahren – Generalsanierung Urania Berlin

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Engere Wahl im offenen Wettbewerb - Haus der Demokratie Frankfurt